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Gelijk het artikel „Aristoteles und Zeitkreuz“ is ook dit artikel voortgekomen uit eigen onderzoek naar de 4 causae van Aristoteles, wat betreffende het thema evolutie tot een ander resultaat heeft geleid dan in de discussie daaromtrent geklonken heeft. Dit artikel over de causa finalis wil laten zien, dat Aristoteles meer dan 2000 jaar geleden inzichten heeft ontwikkeld, waardoor voor ons tegenwoordig weer voelbaar kan worden, dat we ingebed zijn in een groot geheel, in een voortlopende ontwikkeling met een duidelijk doel, waardoor structuur, ordening en rust in het leven kan komen. (Oorspronkelijk publicatie: Die Drei 9/2014)
Ursache und Ziel der Evolution Der Doppelstrom der Zeit und die causa finalis des Aristoteles Es freut mich zu bemerken, dass meine Ausführungen zum “Zeitkreuz” Christoph Hueck zu mehreren Fragen aufgerufen haben, kann mich selbst jedoch nicht erinnern, diese Fragen gestellt zu haben. Wohl bin ich angeregt durch seine Ausführungen zu Aristoteles, bin selber aber zu einer anderen Zuordnung der causae gekommen. In meiner philosophischen Arbeit begeistert es mich, dass neben der heute gängigen Auffassung des Aristoteles in den vier causae schon die geistigen Entwickelungsprinzipien zu finden sind, die Steiner später in seiner geisteswissenschaftlichen Darstellung von Seele und Evolution wieder aufgegriffen hat, was auch einen neuen Blick auf Aristoteles ermöglicht. Den für mich schönen Zusammenklang dessen, was Aristoteles in seinen 4 causae als Urprinzipien allen Seins begrifflich fasst mit dem, was Steiner als die 4 Wesensglieder des Menschen charakterisiert, findet sich in seinem Seelenkreuz in GA 115 so wieder: Ich oben, Astralleib rechts, Ätherleib links und physischer Leib unten. Im Folgenden will ich dies kurz andeuten mit Blick auf die causa finalis. Die causa finalis hat bei Aristoteles einen besonderen Platz, ist Ursache aller Ursachen. Es liegt schon in dem sprachlichen Ausdruck “Zielursache”, das von ihr die Bewegung ausgeht und auch wieder in sie zurückkehrt – sie ist Arche und Telos zugleich. Aristoteles bringt dies treffend ins Bild im V. Buch der Metaphysik (1013a). Dort nennt er die Arche eine Linie, deren beide Endpunkte zugleich Beginnpunkte sind. Was von der einen Richtung her Ursache ist, ist von der anderen her Ziel und umgekehrt. Sie stehen sich also nicht nur als Beginn- und Endpunkt eines Prozesses in der Zeit gegenüberstehen, sondern sind zugleich aus entgegengesetzten Richtungen ineinander wirkende Wesensströme. Die 4 causae wirken so zusammen, dass causa materialis, formalis und efficiens gegenüber der causa finalis dienende Prinzipien sind. Sie sind die Mittel zum Zweck (Über die Seele 415b20). Dabei zeigt sich, dass in der causa finalis die anderen 3 im Kern schon enthalten sind. Dazu muss man allerdings zurückgehen auf den griechischen Text. Aristoteles sagt zum Beispiel: Die causa finalis, οὗ ἕνεκα, hu heneka, ist das größte Gut und das Ziel, τέλος, telos, der anderen causae (Metaphysik 1013b, Physik 195a). Das hu heneka ist nicht nur Ziel im landläufigen Sinne. Hu bedeutet “seiner”, “ihrer”, “sich”, das lateinische “sui” und meint den reflexiven Bezug eines Wesens auf sich selbst – Kennzeichen des Ich. Heneka bedeutet “wegen”, “umwillen”.  Hu heneka ist also das, was um seiner selbst willen ist. Dieses um seiner selbst willen Seiende, das Ruhe in der Bewegung und Bewegung in der Ruhe ist (Saturn, Wärme, Wille) tritt aus sich heraus (causa efficiens, Offenbarung, Sonne) und wird wirksam (causa formalis, Wirksamkeit, Mond) im Bereich des Stoffes (causa materialis, Werk, Erde). Das Wesen tritt in Erscheinung. In jedem Moment dieses Prozesses wirkt die causa finalis als ἐντελέχεια (entelechia) im Doppelstrom der Zeit. Das Wesen wird entelechisch bestimmt und kontinuierlich durch den Zeitverlauf ins Ziel geführt. Aristoteles argumentiert an dieser Stelle gegen den Zufall (Physik 199b). Wäre ein Wesen nicht gesetzmäßig durch die Gattung bestimmt, es bliebe jedes mal abzuwarten, was aus einem Samen kommt. Auch könnte eine Tulpe “unterwegs” zu einem Maiglöckchen werden. Weil Aristoteles gegenüber seinen Vorgängern mit Nachdruck darauf hinweisen will, dass alle Entwickelung gesetzmäßigen Charakter trägt, gibt er unter anderem das Beispiel von Spinne und Netz. Die Spinne muss ihr Netz bauen, weil es in ihrer Art liegt. Nur so kann sie sich selbst verwirklichen, zur Vollendung bringen. Dass die Spinne sich auf diese Weise zugleich selbst erhält, ist Mittel zum Zweck.
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